„Prüft alles und behaltet das Gute!“


Liebe Leser,
unzählige, teil widersprüchliche, Botschaften auf allen Kanälen strömen jeden Tag auf uns ein. Was davon sollen wir glauben? Das Titelbild zeigt einen Menschen, der dieser Fülle an Aussagen und Meinungen gegenübersteht. Die Jahreslosung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Thessaloniki fordert uns auf
die Dinge zu prüfen und das Gute davon zu behalten. Im engeren Sinne bezieht sich der Satz auf den vorhergehenden Vers des Briefes: „Prophetische Rede verachtet nicht!“ (1Thess 5,20). Was ist prophetische Rede? Prophetische Rede damals und heute ist das Reden Gottes durch Menschen zu anderen Menschen. Das kann durch Predigten, Bibelgespräche, Unterhaltungen, aber auch durch Bücher, Fernsehsendungen, Podcasts, etc. geschehen. Manchmal redet Gott auch auf unkonventionelle Weise durch Plakate, durch die Natur, durch Situationen, durch Gedanken oder sogar durch unsere Feinde zu uns. Wir sind nun aufgefordert das Wahrgenommene nicht zu ignorieren, sondern es zu prüfen: Könnte in all dem etwas Gutes für mich stecken? Dabei besteht die Gefahr, dass wir nach Sympathie urteilen: Jemandem, der mir sympathisch ist, glaube ich, jemand mir Unsympathischen nicht. Es könnte aber sein, das Gott gerade durch Letzteren zu mir redet mir etwas Gutes mitteilen möchte. Dazu passt das Zitat des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Benjamin Franklin: „Liebe deine Feinde, denn sie sagen dir deine Fehler.“ Die normale Reaktion heutzutage ist, dass man Kritik erstmal abwehrt und dem Kritiker auf keinen Fall Recht gibt und ihm sogar Böswilligkeit unterstellt. Zu Prüfen bedeutet zu sagen: „Danke für deine Worte. Ich denk drüber nach.“ Und vielleicht entdeckt man ja im Nachhinein etwas Gutes in dem Gesagten, was einen weiterbringt.

Ich grüße Sie ganz herzlich, auch im Namen aller Kirchenältesten, und wünsche Ihnen eine gesegnete Passions- und Osterzeit!

Ihr Pfarrer Michael Schütt